Sonntag, 3. April 2016

Vater in Elternzeit: ein exemplarischer Tag

Morgen ist mein zweiter Monat in Elternzeit zu Ende. Der erste war der Geburtsmonat, den ich eigentlich fast ausschließlich bei DM (Windeln, Feuchttücher, Katzenfutter) und im Supermarkt (Essen, Getränke, Süßigkeiten wegen der Stressbewältigung) verbracht habe.
Dieser Monat war komplett anders.


Elternzeit, bei Unbeteiligten heisst das oft auch "der hat Urlaub" oder ähnliche Späße. "The Daddydoctrines" waren so freundlich, das mal in ein "what People Think I do" zu pressen. Prima, dann muss ich das nicht selber machen:


Quelle: The Daddy Doctrines


Aber mal im Ernst: Auch wenn ich nicht arbeiten gegangen bin, waren meine Tage nicht kürzer:
  • 6:00 bis 7:00: Aufgewacht werden. Mittlerweile hat zusätzlich der Kater begriffen: es geht schneller, wenn er den Kurzen weckt, der uns dann rausbrüllt. Und es ist weniger aufwändig. Und die Schuldfrage ist schnell geklärt. 
  • 7:30: Windeln, Fläschchen. 


Windeleimer des Grauens (eigenes Bild)


  • 7:45: ein Kaffee im Bett für den Kleinen. Beginnende Wuseligkeit.
  • 8:00: Anziehen, eincremen, Zähne putzen. Unter Gezeter. Dann selbst das Gleiche. Warum eigentlich, wenn man innerhalb der nächsten Stunde besabbert, bespuckt und mit fies eingesauten Fingern angerafft wird?
  • 8:30 bis 9:30: Frühstück. Da Brei nicht so hoch im Kurs steht: Käse, Brot (auch mit Käse oder ja: Leberwurst), Obst (seltsamerweise sehr interessant: Grapefruit und Kiwi) und Gemüse.
  • 9:30 bis 10:00: Das Schlachtfeld, das aus dem Frühstück entstanden ist, von Tisch, Boden und allen Beteiligten entfernen. 
  • bis 12:00: Fett abspielen.  


Er spielt die ersten Stapelspiele. Also der Vater. (eigenes Bild)


  • 12:00: Mittagessen. Da gibt es dann Brei. Da steht gerne sowas drauf wie "Dinkelnudeln mit Broccoli und Erbsen". Und es ist trotzdem rot-orangener Brei. Immer. Gelernt habe ich: er hasst Couscous. Und Brei. Außer Fruchtbrei. Den gibt es zum Glück zum Nachtisch.
  • 12:30 siehe 9:30. 
  • 12:30: Windeln. Meist ordentlich gefüllt. Dann: Mittagsschlaf = Freiheit. allerdings an den Radius des Babyphons gebunden. 
  • 13:45 Aufwachen. ALLE! Dann siehe 7:30 und 8:00.
  • 14:00 Spaziergang, spielen, abhalten von Unsinn.
  • 17:00 bis 18:00 Zunehmender Unmut weil Hunger. Und müde. Und überhaupt. Junior muss härtestens bespannt werden. 





  • 18:00: Abendessen. Babybrei. Gelernt habe ich: nur, weil ich glaube, dass die Pampe in allen "Varianten" gleich schmeckt, muss er das noch lange nicht so sehen. Lonely at the top: "Babybrei Keks" von der DM Marke Babylove.
  • 18:30: siehe 9:30
  • 18:45: Ausziehen, Windel, Schlafzeug anziehen, Zähne putzen. Oft unter müdem Gezeter. 
  • 19:00: Bett! 
  • 19:15: ER IST EINGESCHLAFEN! 
  • 19:15: Kochen. Endlich keinen Brei. Und essen.
  • 20:00: Was könnte man jetzt nicht alles tun. Wahnsinn, dieses Gefühl von Freiheit. Feedreader lesen. Gesellschaftsspiele spielen, den Kater bespaßen, Blogeinträge schreiben, dem Partner vom Tag erzählen undundundund. 





  • 20:15: Berieseln lassen. Kann man noch irgendwo ein Video on demand-Abo abschließen, dass wir noch nicht haben?
  • 22:00 ...





  • 23:00: siehe 7:30. 
  • 23:15 Nacht!


Und bei allen diesen Tätigkeiten hatte ich entweder Hilfe oder war Helfer. Weshalb ich in höchstem Maße beeindruckt bin, wie Madame das die letzten 7 Monate allein hingebogen hat. Ich hab keine Ahnung, wie ich das hätte machen sollen. Zumindest nicht ohne Unmengen Alkohol. 

Und als Fazit so? Ganz wunderbarer Monat. 

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