Montag, 16. Mai 2016

Klartext: Die Sache mit der Elternzeit

Lange habe ich überlegt, ob ich diesen Artikel schreiben soll. Schließlich sind wir ein lustiger Familienblog und kein politisches Magazin. Und doch möchte ich hier ein paar Worte zur finanziellen  und emotionalen Situation in meiner Elternzeit loswerden.


Als ich schwanger wurde, war für mich glasklar, dass ich nach einem Jahr wieder arbeiten gehen wollte. Ich konnte mir nicht vorstellen drei Jahre zuhause zu bleiben, wie es viele meiner Kolleginnen gemacht hatten. Was treiben die denn da den ganzen Tag?! Denen muss doch langweilig sein...
Und dann war Babykatz plötzlich da und ich ging in meiner Mutterrolle auf: Rückbildungskurse hier, Krabbelgruppen da, Spaziergänge mit anderen, sehr lieben Müttern dort. Die Arbeit war zunächst einmal ganz weit weg...

Papa Katz übernahm das Bewerben bei den meisten Kitas und Tagesmüttern. Ungelogen: Es waren über 50 Bewerbungen - und zahlreiche Vorstellungsgespräche. 
Wer das in Köln mitmacht, wird wissen, dass ein Vorstellungsgespräch nicht bedeutet, dass man dort einen Platz erhält, sondern dass sich die Gruppenleitung ein Bild von einem machen möchte. 
Beispielsweise sind wir von einer Kita mit acht weiteren Paaren in die engere Wahl gekommen - sieben Kinder erhielten einen Platz - wir nicht. Wir passten wohl einfach nicht.

Und dann bekamen wir erst vor kurzem - sind wir mal ehrlich, vielleicht durch kölschen Klüngel - einen Platz und unterschrieben noch am gleichen Tag, damit uns den keiner mehr wegnimmt. Beim Nachhauseweg weinte ich Rotz und Wasser! 
So schön es auch wäre: Ich würde so gerne drei Jahre bei meinem Kind bleiben und kann verstehen, dass man das tut (wenn man es kann), doch bei uns ist das finanziell einfach nicht drin! Nach Beendigung des Elterngeldes ist Ebbe auf dem Konto. Und dabei spricht alle Welt vom Sparen und der Altersvorsorge...

Ich werde also arbeiten gehen müssen und dabei geht fast mein komplettes Gehalt auf das Konto der Tagesmutter: In Köln muss der größte Teil der Kosten von den Eltern getragen werden, während das in anderen Gemeinden kostenlos ist.
Eine Zwickmühle: Einerseits ist es so wichtig wieder einen Weg zurück ins Berufsleben zu finden, andererseits bleibt da finanziell nicht viel übrig. Meinem Kind wird es sicher gut tun weitere Freunde zu finden und es ist fast ein Lottogewinn hier überhaupt einen Platz zu bekommen (im zweiten Lebensjahr des Kindes gilt das als nahezu unmöglich). Übrigens geht der gleiche Mist von vorne los, wenn Kind Katz einen Kindergartenplatz benötigt...

Meinem Kind beim Wachsen zusehen, wird nun eine andere Frau.

Wie soll man sich da richtig entscheiden?!


Bild: Eigenes Bild

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